Donnerstag, 11. Juni 2015

"Lone Survivor"

Das Leben mit dem Tod


Hätte Mark Wahlberg am 11. September 2011 seinen Flug nicht umgebucht, wäre er wohl das prominenteste Terror-Opfer des historischen Anschlags geworden. Doch er hat überlebt und schlüpft nun in die Rolle eines Navy Seals, der im Krieg als einziger seiner Einsatztruppe überlebt. Gut für ihn. Gut für die Propagandamaschine. Doch alles der Reihe nach ...





Wir schreiben das Jahr 2005 - am 28. Juni sollen vier Soldaten der Eliteeinheit Seal Team Ten per Helikopter in den Bergen Afghanistans den Hassprediger und Taliban-Führer Ahmed Shahd (Yousuf Azami, Crank, Brothers) um die Ecke bringen. Dummerweise werden sie von Ziegenhirten entdeckt, die diese Gruppe an ausgebildeten Elitekämpfern, der ganze Stolz des US-Militärs, dann frei lässt. Wissentlich, dass sie jetzt aber sowas von am Arsch sind. Was natürlich im Film irgendwie als menschenfreundliche heroische und gnädige Geste verbraten wird. Was es ja auch in zweiter Linie war. In erster Linie war es einfach nur bescheuert, was die am Ende 20 Särge mit US-Flaggen untermauern. Krieg ist scheiße. Aber für beide Seiten.

Natürlich verpfeifen die Hirten die vier Jungs bei den Terroristen. Und damit beginnt der nackte Kampf ums Überleben für die Seals. Wenn auch nur für einen mit Happy End. Spoiler? Nein. Sagt ja der Titel schon.


Inszeniert wurde das Ganze vom - ich nenne ihn mal - "hässlichen kleinen Michael-Bay-Bruder" Peter Berg. Er steht auf viel Kabum, viel heldenhafte US-Militärs und viel Spannung. Popcorn-Kino also. Und der Film ist auch ganz okay. Weit weg von brillant, aber immer noch leicht über dem Durchschnitt. der sind 6/10 gerechtfertigt, denke ich. 


Den Film jetzt total mies zu machen, wäre typisch Anti-Ami-Einstellung. Das überlasse ich der ach so fundierten Berichterstattung von RussiaToday. "Lone Survivor" ist ganz okay, keine Zeitverschwendung, packend, spannend aber eben auch arg überzeichnet, was die Darstellung der Seals betrifft. Egal, wie wahr die Geschichte dahinter auch ist, am Ende ist bleibt der Beigeschmack von Propaganda. Ui, wie toll ist es, ein Kriegsheld zu sein. Dennoch hat er den Platz im DVD-Regal mehr verdient, als viele andere "Blockbuster".

Wer den Streifen nun in seiner Militärfilm-Sammlung wissen möchte, braucht nur auf das Bild zu klicken und schon landest du bei der BluRay. Have fun ... na ja ... ungünstige Wortwahl. Irgendwie.




Filminfo: USA / 121 Minuten / FSK 16 / 2013
Regie: Peter Berg (Very Bad Things, Hancock, Battleship)
Besetzung u.a.:
Mark Wahlberg (Marcus Luttrell, Vier Brüder, Unbesiegbar, The Gambler)
Taylor Kitsch (Michael Murphy, Der Pakt, X-Men Origins - Wolverine, John Carter)
Emile Hirsch (Danny Dietz, The Girl Next Door, Alpha Dog, Savages)

Lieber erst Trailer ansehen? Bitte sehr:


Dienstag, 9. Juni 2015

"John Wick"

Hunde-Elend


Es gibt Dinge, die können einem den Tag versauen. Wenn man in der Badewanne liegt und das Festnetz klingelt - in der Station. Oder dir dein Lieblings-Ficus eingeht. Oder die Russenmafia deinen Hund tötet. Und schwups, schon sind wir in der Handlung von John Wick. Okay, die Geschichte ist etwas komplizierter.



Der kleine Wufftl war das letzte Geschenk seiner verstorbenen Frau. Und Hundewelpen mag jeder gerne. Vor allem dieser war für John mehr als nur ein treuer Freund. Dummerweise waren ein paar Nachwuchsganoven geil auf sein Auto und so musste in dem ganzen Getümmel der Vierbeiner sein Leben lassen. Und so dumm es klingt: jeder Mann würde jetzt das tun, was Wick nun macht.

Iosef - so der Name des spätpupertierenden Gangstersohnes - klaut die Karre von John Wick und in der zwielichtigen Autowerkstatt wird er gefragt, woher er die Karre hat und dass er sich damit wieder verpissen soll. Denn John Wick ist kein Unbekannter bei den Russen. Er war mal ihr bester Mann. Russen-Papa Viggo versucht. als er von dem Vorfall erfuhr, Schlimmeres zu verhindern und mit einem Telefonanruf bei Wick die Sache unter Männern zu regeln. Ohne Blut. Ohne Opfer. Doch John ist pissig.

Nun beginnt der Shootergame-Modus. Viggo schickt seine Männer los um Wick zu erledigen, ehe der sich den Sohnemann schnappt. Wick ist eine Killermaschine, jeder Schuss trifft den Kopf, nur selten muss er ein zweites Mal auf die gleiche Person schießen. Er ist im Grunde das, was ich bei Call of duty immer gerne melden würde ...

Halten wir es kurz, der Film hat nicht mehr Story. Aber einen interessanten Charakter. Es wäre nicht verwunderlich, wenn es mal ein Prequel geben würde. Denn egal ob Polizisten oder Bardamen, alle kennen ihn und fragen, ob er denn wieder arbeiten würde. Er hat also ein gutes Netzwerk aufgebaut - in seinem früheren Leben. Da steckt also noch eine gute Story drin.

Wie in diesem Popcorn-Streifen. Die Szenen sind actionreich und kurzweilig, man sieht einen Alfie Allen, den man - trotz seiner traurigen Game-of-Thrones-Figur - immer noch nicht leiden kann/mag, einen netten kleinen Twist und ein Finale, das wenig überrascht aber den Film angemessen abschließt. Daher zielgerichtete 8/10 auf der Popmais-Skala.



Seid ihr mit mir? Kommentare erlaubt. Und wer nun noch einen netten Ballerstreifen für seine BluRay-Sammlung braucht, klickt jetzt auf das John-Wick-Bild oben. Bis zum nächsten Mal.

Filminfos: USA / 2014 / FSK 16 / 101 Minuten /
Regie: Chad Stahelki, David Leitch
Besetzung (u.a.): 
Keanu Reeves (John Wick, Matrix, Speed, 47 Ronin
Mikael Nyqvist (Viggo Tarasov, Mission Impossible - Phantom Protokoll
Alfie Allen (Iosef Tarasov, Elisabeth, Game of Thrones)

Ach, du magst lieber erst den Trailer sehen? Kein Ding. Bitte sehr:



Donnerstag, 7. Mai 2015

"Fast & Furious 7"

Versöhnlicher Abschied

Eine Sache ist immer wichtig, wenn man sich einen Teil der F&F-Reihe ansieht: Hirn aus, Spaß an. Der siebte Teil bildet hierbei keine Ausnahme. Und das ist auch gut so. Aus männlicher Sicht jedoch ist der hohe Anteil an Testosteronbombern im Vergleich zum ersten Teil doch arg zu Lasten der namenlosen Bikinigirl-Statisten gegangen. Da sind etwas zu viele Kolben bei den Zylindern ... Was solls. Dafür ist die Action um so realistischer ...
(*ba-dum tss)



Worum geht's? Scheißegal. Da sind geile Autos, explodierende Settings und Stunts fernab jeglicher physikalischer Gesetze. Wen interessiert die Handlung? Jemand macht die Freaks sauer und die wollen ihm den Arsch aufreißen. Fertig. Ach ja, einen Unterschied gibt es doch zu den anderen Teilen. Paul Walker - der kann ja nur noch teilweise gesehen werden. Nach seinem Tod wurde mit Zwillingsbruder und Computer nachgeholfen, das Ding fertig zu drehen.

Klar, dass man bei einem Film mit Vin Diesel und The Rock nicht gerade einen Meilenstein in der Filmgeschichte erwarten braucht, ist wohl klar. Die völlig übertriebenen und unrealistischen Actionszenen, sind dabei auch okay. Es ist Popcorn-Kino und das darf viel. Und da muss man sich auch damit abfinden, dass Autos zwischen Hochhäusern hin und her springen können, ohne dass der Lack Kratzer bekommt. Das will man ja auch. Und dass die Guten alles irgendwie überleben, während die Bösen (übertrieben gesagt) beim Stolpern bereits einen Genickbruch erleiden - hey - es ist okay. 

Was aber mega in die Hose ging, waren die Dialoge. Ich habe selbst bei "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" ausgereiftere Gespräche gehört. Zugegeben, ich habe GZSZ noch nie gesehen - aber schlechter können sie gar nicht sein. Die Gags sind so ultra peinlich konstruiert, dass man förmlich die Gedanken des Autoren lesen kann: "So, ich muss ihn jetzt das sagen lassen, damit der andere dann das-und-das antworten kann. Boah, bin ich witzig" ... NICHT.

Der Film wäre locker auf eine gute 7, wenn nicht sogar 8 gekommen, aber selbst die überzeugtesten Dosenbier-Proleten im Kino, die sogar über die MediaMarkt-Werbungen lachen können, waren in diesen Szenen auffallend ruhig. Scheiße, der Film wäre ohne Textsequenzen der Darsteller besser davon gekommen - kein Witz.

Richtig Mühe gab man sich dann bei der doppeldeutigen Verabschiedung von Brian (Paul Walker), der sich "für ein anderes Leben" entscheiden musste/wollte ... hier wird es schwer, die Metaphern zu trennen. Schön inszeniert und mit einem herzlichen Monolog von Vin Diesel, war es ein Abschied, der bei dieser Art Film für einen persönlichen Freund würdig erschien. Zwar ändert er nichts mehr an der Wertung, doch verdient diese Sequenz es, hervorgehoben zu werden. Daher 6/10 Tütchen.




Seid ihr mit mir? Dann lasst es mich wissen. Wenn nicht, auch.