Montag, 30. März 2015

Californication (alle sieben Staffeln)


Gott sei Hank ...

Uhuuu ... Weltpremiere. Eine erste komplette Serie in der Besprechung. Und ihr könnt es schon ahnen: eine, die ich mir freiwillig angesehen habe. So freiwillig, dass ich alle Staffeln (teils auf englisch, weil früherer Release) in meinem DVD-Regal habe. Für manche vielleicht unverständlich - doch andere warten schon darauf, sich die einzelnen Boxen zu borgen.
Lange vor Mega-Spielfilmen im Serienformat (also, lange vor "Breaking Bad" und "Game of Thrones") war es Sitte, Geschichten in kurzen, unterhaltsamen Häppchen zu servieren (bevor nun alle völlig ausflippen: ich habe Heisenberg und die Starks - soweit veröffentlicht - auch begeistert angesehen). So begab es sich im Jahre des Herrn 2007, dass "Californication" erstmalig ausgestrahlt wurde. Das Wort "Californication" wird ja gerne - soweit "gerne" hier das passende Wort ist - als "Kalifornisierung" übersetzt. Zumindest bei solchen Fachzeitschriften wie "Tina" oder "Brigitte".
Fakt ist, es handelt sich um eine Wortkombination. Zum einen ist ein US-Staat gemeint (ihr dürft jetzt versuchen, selbst zu erraten, welcher) zum anderen ist der nette kleine Begriff "fornication" also "Unzucht" mit eingebaut. Und damit ist die Basisgeschichte schon erklärt. Unzucht in Kalifornien. 



Worum geht's? Es geht um Henry "Hank" Moody (David Duchovny), seines Zeichens Bestsellerautor des Buches "God hates us all". Ebenso wie seine anderen Bücher "South of Heaven" und "Seasons in the Abyss" trägt auch sein berühmtester Roman den Titel eines Slayer-Albums. Das aber nur als Funfakt am Rande. Auf jeden Fall ist das Werk so erfolgreich, dass Hank zum einen ein gutes Plus auf seinem Konto hat, zum anderen es sogar als Kinofilm weitere Tantiemen bringen könnte - zumal ein nicht näher genanntes Hollywoodpaar namens Tom und Katie die Hauptrolle spielen.

Hank zieht also des Erfolges wegen von NY nach LA. Zusammen mit seiner Tochter Bekka und deren Mutter Karen. Hank und Karen haben nie geheiratet, was wohl ganz gut ist, denn obwohl er seine Karen und auch seine sarkastisch veranlagte Metal-Tochter über alles liebt, schlittert er von einem One-Night-Stand und einer berauschenden Substanz zur nächsten. Sex, Drugs & Rock'n'Roll. Und dem smarten, wortgewandten Hank fällt es auch nicht schwer, bei jeder Gelegenheit an Frischfleisch zu kommen. Und Karen bekommt das immer mal wieder mit. Obwohl sie so sehr mit ihm endlich ein anständiges Familienleben haben würde, weiß sie um die Natur ihres Liebsten. Ihre Gefühle zueinander sind echt - doch beide wissen, dass sie ein sehr einsturzgefährdetes Gebilde versuchen zu bewohnen. Karen nimmt ihm seine Eskapaden nicht mal übel - wohl aus Gewohnheit.




Im Laufe der finalen 7. Staffel fällt sinnbildlich folgender Dialog:

TV-Produzent über eine gemeinsame Bekannte: "Zuerst war ich bei ihr, danach war Hank in ihr."
Karen: "Wie bitte!? Moment, warte. Okay, warum wundert mich das eigentlich? Natürlich war er in ihr, wir reden hier von Hank."

Wer viele blanke Brüste, völlig kaputte (und ich meine wirklich kaputte) Charaktere, verzwickte Vielecksbeziehungen und wilde Rauschzustände sehen möchte - gewürzt mit teils genialen Dialogen - der sollte sich "Californication" nicht entgehen lassen.

Jedoch gibt es ein großes Minus. Während die ersten fünf Staffeln einfach nur brillant waren, lassen die letzten beiden doch arg nach. Das ist sogar noch einfach zu begründen, denn die Geschichte um Hank und seine Bettgeschichten war ursprünglich tatsächlich auf nur fünf Staffeln ausgelegt. Aufgrund des großen Erfolges in den USA ließ man sich breitschlagen, noch zwei weitere Staffeln dranzuhängen. Und das, obwohl mit der letzten Folge der Season 5 bereits ein versöhnlicher und nicht zu sehr von Hollywood weichgespülter Abschluss gefunden wurde. Nun musste es weitergehen. Und das schnell, um keine zu lange Pause zwischen den Episoden entstehen zu lassen. Und das merkt man eben. Aber auch die schlechteren Finalstaffeln schaffen es nicht, mehr als nur eine Popcorn-Tüte aus der Gesamtwertung zu kicken. Daher bleibt immer noch ein anständiges 8/10.




Es ist natürlich für die Serie nur förderlich, dass Hauptdarsteller und Produzent David Duchovny in der Vergangenheit tatsächlich selber mit sexuellen Eskapaden Schlagzeilen schuf. Er machte aus der Not eine Tugend und aus seiner Sexsucht eine Serie. Hat geklappt. Die Serie - von allem die ersten 5 Staffeln - sind genial, haben einen hervorragenden Humor und zeigen eine Glamourwelt, ganz ohne Glamour. Sondern mit vielen Drogen und noch mehr Sex. Und den damit verbundenen Problemen.

Das Buch "God hates us all" ist übrigens tatsächlich im Handel erhältlich, aber nur etwas für richtige Fans. Kein großes Kunstwerk und ich glaube, das bisschen, was man dem Buch abgewinnen kann, hat der Charakter Hank Moody zu verantworten, den man sich als Protagonisten des Romans vorstellt. Lasst lieber die Finger davon und konzentriert euch auf die Serie.

Habt ihr die Serie gesehen? Wie ist eure Meinung? Eure Lieblingsszene würde mich auch interessieren. Also, nur raus damit. 





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Freitag, 27. März 2015

Sharknado (2013)


Hailige Schei*e

Trash kann richtig cool sein. Denkt man schon allein an die ganzen spät70er-Science Fiction-Filme, die versuchten, auf der "Krieg der Sterne"-Welle mitzureiten. Wenn ihr euch echt mal schlapp lachen wollt, empfehle ich "Star Crash" mit einem viel zu jungen David Hasselhoff. Vergesst das Dosenbier nicht.

Aber was da bei Sharknado rumgekommen ist und wie dieser Streifen so viel Kult erreichen konnte - nein, das bleibt mir absolut verborgen. Ich check's einfach nicht - vielleicht bin ich inzwischen zu dumm für solche Filme, ich weiß es nicht. Achtung, jetzt gibt es ein paar kleine Spoiler, das ist mir aber echt sowas von egal. Schließlich möchte ich euch ja nicht von diesem Dreck überzeugen.

"Sharknado - Genug gesagt" hat - zumindest vom Titel her - schon einmal alle Infos bereit gestellt, was einen erwartet. Trash. Fertig. Und Trash kann cool sein. Aber bitte, jegliche noch so kleine Idee von realistischer Umsetzung mit Anlauf von hinten ohne Gleitgel in den Allerwertesten zu fis*en, dass ist doch echt nur noch eine Beleidigung für jeden, der einmal ein halbwegs gutes Video mit seinem Samsung-Handy aufgenommen hat. Handy. Nicht Smartphone.




Im Bild sehen wir die Szene im Haus von Tara Ried (American Pie, The Fields). Ich habe keine Ahnung, wie ihr Rollenname war und ich möchte es nicht mal mehr nachgooglen. Wie wir sehen, steht den Protagonisten das Wasser bis zur Hüfte. Grundsätzlich ja genug Platz für einen Hai. Aber das Wasser kam ja nicht aus der Badewanne, sondern drückte durch die Fenster rein ... weil das Wasser so hoch stand ... bei dem Haus ... am Berg oben ...

Aber keine Angst, als sie der wilden Kreatur völlig überraschend doch entkommen konnten, war alles trocken vor der Haustüre. Oder zumindest nur von regen etwas angeplätschert. Das alleine hätte ich noch mit Humor nehmen können. Gut, die schauspielerischen Leistungen, die absolut grottige CGI, die dumpfsinnigen Dialoge und die Logiklöcher - die eigentlich eine Daseinsberechtigung im Trashbereich haben - haben es mir schon etwas schwerer gemacht. Sogar für dieses Genre war das schon fast zu viel. 

Aber als dann ein Schulbus bis zu den Reifen im Wasser stand und sich Flossen näherten in der gefühlten Größe von Walhaien ... na ja, da hätte man auch noch lachen können. Konnte ich auch. Bis der Schnitt kam und wir den Hai unter Wasser sahen. Doch nicht etwa über Asphalt gleitend, den Schulbus umkreisend. Nein, die Unterwasseraufnahmen waren aber sowas von Unterwasser - mitten im Ozean aufgezeichnet. Kubikmeter von Salzwasser vor, hinter, über und unter den posierlichen Tierchen. Das war mir dann echt einfach zu viel. 

Ich konnte nicht mehr daran denken, wie Produzenten und Cast voller Freude über den Kultstatus in ihrer Mietwohnung nahe L.A. saßen - ich musste sie mir als Filmemacher vorstellen, die sich kaputt lachen über die Dummheit der Zuschauer: "Die zahlen echt Geld für diese Scheiße!"

An dieser Stelle habe ich den Film dann ausgemacht. Ich glaube, ich habe sogar die Wohnung verlassen, weil ich nicht mal mehr den Fernseher in meiner Nähe haben wollte. Eine mehr als spendable halbe Popcorntüte bekommt dieser Film. Dafür, dass sie überhaupt etwas gemacht haben, statt vor der Künstlersozialkasse zu betteln.


Wenn ihr eure Zeit sinnvoller ver(sch)wenden wollt, aber auf Sharknado nicht ganz verzichten möchtet, dann habe ich hier einen kleinen Webtipp für euch. Produktionskosten vermutlich nicht sehr viel anders, aber wesentlich besser produziert. Superman vs. Sharknado! Have fun.






Und die Liste aller gesehenen Filme und Serien bisher findet ihr --> hier <--



Dienstag, 24. März 2015

Focus (2015)


König der Diebe

Wenn man nicht manchmal das aktuelle Kinoprogramm googlet, bekommt man nicht zwingend jeden Streifen auf den Schirm. Das kann gut sein, das kann übel werden oder es ist vertretbar - sehr viel mehr Optionen bleiben ohnehin nicht mehr. Bei "Focus" war es auch so - zumindest bei mir. Wenn ich nicht zufällig mal beim Lichtspielhaus meines Vertrauens auf die Website gestolpert wäre - nie hätte ich von diesem Film erfahren ...

Was auch schade gewesen wäre, denn er war durchaus sehenswert. Bevor ihr euch also in irgendeine Hausfrauen-Sadomaso-Twilight-Fanfiction schleppen lasst, erzählt unbedingt von einem neuen Will Smith-Film, indem er auch oben-ohne zu sehen ist. Das könnte klappen. Auch wenn Willie inzwischen älter ist als sein Bel-Air-Onkel Phil zu anfang der Kultserie. Dafür spielt sein Sohn mal nicht mit. Pluspunkt!

Worum geht's? Soweit ich mich erinnere tatsächlich um einen Film, der ohne Nachnamen auskommt. Was auch mal angenehm ist. Nicky (Will Smith, "I am legend", "Das Streben nach Glück") ist ein Trickbetrüger. Und zwar einer, der im richtig großen Stil agiert. Dazu hat er eine rund 30köpfige Crew um sich. Aber das Team soll ausgebaut werden und er hat ein Auge auf Jess (Margot Robbie, "The Wolf Of Wall Street") geworfen. Auch wenn sie glaubt, dass es anders rum ist, denn auch sie ist eine Trickbetrügerin - die noch einiges zu lernen hat.

Nicky bringt ihr vieles bei und zieht mit ihr die richtig großen Dinge durch.


https://www.youtube.com/watch?v=MxCRgtdAuBo


Das ganze gipfelt in der zufälligen Begegnung mit dem Glücksspieler Liyuan (BD Wong, "Law & Order: New York", "Awake"). Hier wird Jess unfreiwillig zum großen Joker bei einem völlig bescheuerten Wettspiel mit lächerlich hohem Einsatz. Klingt jetzt abwertend, macht den Film aber extrem spannend - und die Rolling Stones spielen (zumindest aus dem Off) eine wichtige Rolle. Das kann also nur cool sein. So will es das Gesetz.

Ohne nun weiter ins Detail zu gehen trennen sich ihre Wege schwerenherzens (für beide ... offenbar ... bei Trickbetrügern kann man nie sicher sein), doch drei Jahre später laufen sie sich wieder über den Weg. Nicht geplant - aber doch aus vergleichbarer Motivation.

Der Film verleitet einen förmlich dazu, hier und da zu grübeln, wer jetzt was genau im Schilde führen könnte. Und - so wie es Trickbetrüger auch machen - lenkt er von einem gewissen Twist ab, den ich aber sowas von gar nicht auf dem Schirm hatte. Weil ich zu sehr mit anderen möglichen Fallen beschäftigt war. Der Film hat mich sehr gut unterhalten, hat eine ganz nette Story, coole darsteller und eine ausgewogene Mischung der Charaktere. Daher verpasse ich ihm dezent eine 7/10.



Verantwortlich - also als Autoren und Regisseure - waren das Erfolgs-Duo Glenn Ficarra und John Requa, die schon gemeinsam "Crazy. Stupid. Love" gedreht und "Bad Santa", "Die Bären sind los" und "Biber-Brüder" geschrieben haben.

Was sagt ihr zu den Film? Seid ihr mit mir? Hinterlasst mir eine Info. Die Komplettübersicht aller Filme findet ihr übrigens am Textende in Link-Form oder durch Klick ins oberen Banner.


www.youtube.com/marcolatur/videos

Mit Klick auf das Szenenbild kommt ihr zu Filmtrailer.
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